Quadriga - Stadtteilentwicklung · Jugendarbeit · Kultur und Soziales · Arbeit

Aktuelles

Wochenblatt 09.11.2011

„Arbeit“ wird entlassen

Seit 1991 ist der Bereich „Arbeit“ eines der Haupttätigkeitsfelder der Quadriga gGmbH. Hier wurde zeitweise bis zu 175 arbeitslosen Menschen aus Jenfeld und Umgebung die Möglichkeit eröffnet, sich nach oft jahrelanger Arbeitslosigkeit im Rahmen von befristeten Maßnahmen wieder an den Arbeitsprozess heranzutasten und sich zu qualifizieren.

Für viele war die Tätigkeit das Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt. Für andere stand im Vordergrund, die eigene Lebenssituation zu reflektieren und wieder Ordnung in das eigene Leben zu bringen. Hierbei konnten wir durch die Tätigkeit von Anleitern, Lehrern und Sozialpädagogen viele Hilfestellungen geben. Für das Selbstwertgefühl der bis dahin Arbeitslosen war dies von unschätzbarem Wert. Dieser wurde noch gesteigert, da Sie als zum Teil ungelernte Kräfte unter fachkundiger Anleitung, sinnvolle und wertvolle Arbeiten im und für das Gemeinwesen und den Stadtteil leisteten.

So helfen unsere Mitarbeiter bei Stadtteilfesten, verteilen die Stadtteilzeitung, reinigen Verkehrsschilder und räumen den Unrat von den Spielplätzen. Über 80 Mitarbeiterinnen sind aktiv, um die Kinder in 5 Schulen Jenfelds und aus der Umgebung mit einem Frühstücksangebot und auch kostengünstigem Mittagessen zu versorgen. Mit unserem Angebot ist es uns stets gelungen, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sinnvoll mit Stadtteilaktivitäten zu verknüpfen, so dass sowohl die Arbeitslosen von dem Angebot profitieren konnten und auch die soziale Infrastruktur im Stadtteil verbessert wurde.

Bereits seit einigen Jahren, seit der Einführung des „Marktgedankens“ in diesem Bereich der Förderung von Arbeitslosen, wurde und wird die finanzielle Absicherung des Angebotes immer schwieriger. Dadurch, dass die finanziellen Bedarfe für Betreuung und Qualifizierung nicht mehr unter fachlichen Gesichtspunkten zwischen der Arbeitsagentur und der Fachbehörde auf der einen Seite und den Trägern der Maßnahmen auf der anderen Seite ausgehandelt, sondern die Maßnahmen ausgeschrieben werden, befindet sich der Preis zur Durchführung in einem Sinkflug. In den letzten Jahren bedeutete dies, dass wir die Maßnahmen nur noch unter Rückgriff auf unsere Rücklagen aufrechterhalten konnten.

Da sich an der Situation bis heute nichts geändert hat und sich die finanziellen Rahmenbedingungen noch weiter verschlechtern, sehen wir uns als kleiner, in die Stadtteilarbeit eingebundener Träger aus finanziellen und auch aus fachlichen Gründen nicht mehr dazu in der Lage, unser Angebot weiter aufrecht zu erhalten. Wir werden ab dem 01.01. 2012 zunächst keine Fördermaßnahme für arbeitslose Menschen mehr durchführen.

Wir bedauern diesen Schritt außerordentlich! Auf Grund der negativen Entwicklungen und der Rahmenbedingungen in diesem Förderbereich, die den Notwendigkeiten einer sinnvollen Durchführung von Maßnahmen für arbeitslose Menschen nicht mehr entsprechen, sehen wir dazu leider keine Alternative.

Allen, mit denen wir in 20 Jahren vertrauensvoll, konstruktiv und gut zum Wohle der bei uns Beschäftigten und des Stadtteils zusammengearbeitet haben, gilt unser Dank.

Manfred Gans
Geschäftsführer.